Der erste Intensivtransportwagen (ITW) für die schleswig-holsteinische Westküste startet

Itzehoe (ots)

Am 5. Januar ging der neue Intensivtransportwagen (ITW) der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) mit einem speziell weiterqualifizierten Team aus Rettungsfachkräften und Notärzten in den Dienst. Besonders kritische Patienten können damit ab sofort unter intensivmedizinischen Bedingungen fachgerecht zwischen Kliniken transportiert werden.

Nach dem Rettungsdienstgesetz des Landes Schleswig-Holstein umfasst der Rettungsdienst neben der Notfallrettung und dem Krankentransport auch den Intensivtransport mit einem geeigneten Rettungsmittel. Für Intensivverlegungen im westlichen Schleswig-Holstein musste bisher entweder ein ITW aus Kiel oder Lübeck oder dem benachbarten Hamburg gerufen werden.

„Mit dem neuen ITW Westküste entfallen die langen Anfahrtswege aus Kiel, Lübeck oder Hamburg und wir sind für die nächsten Jahre gut aufgestellt, um fachgerechte Intensivverlegungen durchzuführen. Aufgrund der kontinuierlichen Veränderung der Krankenhauslandschaft werden der Bedarf und Anspruch an solchen arztbegleiteten Sekundär- und Intensivtransporten insbesondere im ländlichen Raum weiter steigen.“, erklärte RKiSH-Geschäftsführer Sönke Lase bei der Inbetriebnahme in Itzehoe.

Maßanfertigung für fachgerechte Intensivverlegungen

Der Abteilungsleiter Einsatztaktik und Leiter der zuständigen Projektgruppe der RKiSH, Tim Germann, ergänzte: „Über drei Jahre intensive Planungs- und Vorbereitungszeit liegen hinter der RKiSH. Nun ist mit dem ITW Westküste ein spezielles Fahrzeug einsatzbereit, das bis ins Detail für den Transport intensivpflichtiger Patienten zwischen Krankenhäusern konzipiert wurde. Dieser ITW kombiniert ideal die Sicherheit für die Patienten und moderne Arbeitsergonomie für die Mitarbeitenden.“

Das Fahrzeug ist mit einer zulässigen Gesamtmasse von 12 Tonnen deutlich schwerer und größer als ein herkömmlicher Rettungswagen, es bietet im Innenraum viel mehr Platz für das medizinische Begleitpersonal, für das Schwerlast-Intensivtransportsystem und für die umfangreiche medizintechnische Ausstattung. Dazu gehören unter anderem Intensivbeatmungsgeräte, umfangreiche Monitoringausstattung, zahlreiche Spritzenpumpen und die Möglichkeit zur Mitnahme und Nutzung weiterer Medizintechnik während der Fahrt wie spezieller intensivmedizinischer Therapieverfahren (z.B. ECMO – u.a. bei akutem Lungenversagen).

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Der ITW fährt in der Regel mit einem für den Intensivtransport weiterqualifizierten Dreierteam aus speziell geschulten Notärzten und Rettungsfachkräften. Bei Bedarf kann ein Kardiotechniker oder anderes Fachpersonal die Fahrt begleiten, da es im Patientenraum vier Sitzplätze gibt.

Hohe Anforderungen an das medizinische Begleitpersonal

Da die fachlichen Anforderungen an die Arbeit auf dem ITW sehr anspruchsvoll sind, hat die RKiSH im Vorfeld intern ein spezielles Personalauswahlverfahren durchgeführt, um ein kleines, aber beständiges Team aus zwölf Notfall- und Rettungssanitätern zusammenzustellen und strukturiert weiterzuqualifizieren. Neben Intensivtransportkursen und Fahrsicherheitstrainings standen auch Praktika auf der Intensivstation des Klinikums Itzehoe und Einweisungen in die Fahrzeug- und Medizintechnik auf dem Programm. „Ich freue mich, den Mitarbeitern mit der Arbeit auf dem ITW eine Spezialisierungsmöglichkeit als zusätzliche Karriere-Option anbieten zu können“, so Geschäftsführer Sönke Lase weiter.

Auch das Team der insgesamt zehn Notärztinnen und Notärzte des Klinikums Itzehoe und der Regiokliniken im Kreis Pinneberg ist intensivmedizinisch weitergebildet. Einsatzbereit ist das Team auf dem Fahrzeug von montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr.

Umzug nach Fertigstellung des Wachenneubaus in Nordoe

Zunächst wird der neue ITW von der Rettungswache Itzehoe aus eingesetzt. Nach der Fertigstellung des Wachenneubaus wird das Team von „Rettung Schleswig-Holstein 77-80-01“ dann von der Rettungswache Nordoe aus die gesamte Schleswig-Holsteinische Westküste abdecken. Bedarfsweise kann der Einsatz aber auch in ganz Norddeutschland stattfinden. Die Disposition erfolgt durch die Koordinierungsstelle für arztbegleitete Sekundärtransporte und Luftrettung in Schleswig-Holstein (KOLST SH) in Kiel.

Steckbrief des ITW

  • Funkrufname: Rettung Schleswig-Holstein 77-80-01
  • Kennzeichen: HEI RD 280
  • Standort: Itzehoe, später Nordoe (Kreis Steinburg)
  • Dienstzeiten: Mo – Fr, 7 – 19 Uhr Primärer
  • Einsatzbereich: Nördliches und westliches Schleswig-Holstein
  • Disposition: durch die Koordinierungsstelle für arztbegleitete Sekundärtransporte und Luftrettung in Schleswig-Holstein (KOLST SH), Kiel
  • Besatzung: mind. drei Personen (Rettungssanitäter, Notfallsanitäter, Notarzt; alle jeweils mit intensivmedizinischer Weiterbildung und DIVI-Qualifikation). Mitnahmemöglichkeit für weiteres Personal, z. B. Kardiotechniker und/oder Praktikant.
  • Basisfahrzeug: IVECO Eurocargo ML120E28FP, Vollluftfederung an Vorder- und Hinterachse, Allison-Wandlerautomatikgetriebe, Abgasnorm Euro VI Stufe E Zulässige
  • Gesamtmasse: 11,99 t
  • Motorleistung: 207 kW / 280 PS
  • Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
  • Länge: 8,17 m
  • Höhe: 3,40 m
  • Breite: 2,55 m
  • Mannschaftskabine: aufgebaut durch Magirus, Ulm. Luftgefederte Schwingsitze für alle vier Personen (inkl. Fahrer) im Fahrerhaus, Warmluftstandheizung, Dachklimaanlage
  • Kofferauf- und -ausbau: angefertigt durch Fahrtec Systeme, Neubrandenburg
  • Ladebordwand: der Firma Bär mit einer Zuladung von max. 1.500 kg und manueller Notbedienungsmöglichkeit
  • Bordelektrik und Klimatisierung im Aufbau: Zusatzbatterien 2 x 24 V 100 Ah Lithium-Eisen-Phosphat, 2 x 230 V, Wechselrichter 3.000 W Sinus-Dauerleistung (redundant ausgelegt), Warmluftstandheizung, Warmwasserheizung, motorabhängige und motorunabhängige Klimaanlagen
  • Plätze im Patientenraum: ein Patient liegend, vier Sitzplätze für med. Begleitpersonal
  • Schwerlast-Intensivtransportsystem: Starmed, Heavystar SITS, (max. Gewicht d. Pat.: 330 kg)
  • Redundanzsystem: auf Basis Stryker PowerPro2 mit Starmed ITS Terra 100 auf PerformanceLoad. Beide Systeme jeweils mit ECMO-Halterung und 2 x 200 l Sauerstoff

Medizinische Ausstattung (Auszug)

  • 2 x Intensivbeatmungsgerät Hamilton T1
  • 2 x Defi/Monitoreinheit ZOLL X-Serie CCT mit NIBD, 3 x IBD, 2 x Temp, etCO2, SpO2, SpCO, Telemetrie, CPR-Feedback
  • Thoraxkompressionsgerät Stryker LUCAS 3.1
  • 2 x Absaugpumpen Weinmann Accuvac Pro
  • 2 x Thoraxdrainageabsaugpumpen Medela Thopaz+
  • 6 x Spritzenpumpen
  • Abbott i-STAT Alinity mobiles BGA-Gerät
  • Storz C-MAC Videolaryngoskop
  • Philips Lumify Sonographiegerät
  • elektronische Patientendokumentation pulsation IT
  • Schaufeltrage und Vakuummatratze
  • Notfallrucksacksystem
  • med. Druckluft 2.000 l
  • med. Sauerstoff 4.000 l
  • Halterungs- und Anschlussmöglichkeiten für weitere Medizintechnik im Einzelfall
  • Peplink MAX BR2 Pro 5G Fahrzeugrouter unter anderem für die Übertragung von Telemetriedaten

Quelle: Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein gGmbH